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Die Lüneburger Heide hat sich gut entwickelt
Nackte Schönheit

Brandrodungen und intensive Bodennutzung führten schnell zur Bodenverarmung. Schon seit rund 5000 Jahren wird im Gebiet der Lüneburger Heide Landwirtschaft betrieben. Die ersten Heideflächen entstanden. Und lange Zeit wurde die Landschaft von denen, die sie besuchten, als lebensfeindlich und bedrohlich empfunden.

Andere Sicht
Noch um 1800 wurde sie nicht gerade als Ferienziel wahrgenommen. Eine Reisebeschreibung aus dieser Zeit (Küttner 1804): „Ich war gewiss nicht vorbereitet eine schöne Natur zu finden, aber ich dachte nicht, dass das Land gar so elend wäre. Mich dünkt, es ist der schlechteste Strich von einem solchen Umfange, der mir jemals vorgekommen. Der Boden dieses Geländes ist eine ungeheure Sandwüste, die von Natur ganz nackt ist oder Heidekraut oder dürre stechende Halme hervorbringt.“

Romantisch und schützenswert
Doch im Laufe des 19. Jahrhunderts änderten sich Landschaft und Wahrnehmung. Heideflächen wurden in Norddeutschland durch Ackerbau und Aufforstungen immer seltener, und bald erschienen sie als romantisch und schützenswert, insbesondere das Gebiet der Lüneburger Heide mit ihren zahlreichen Hügelgräbern und Megalithanlagen aus der Jungsteinzeit und der frühen Bronzezeit.

Zwischen Zerstörung und Bewahrung
Dass dann rund hundert Jahre später ausgerechnet hier der größte europäische Truppenübungsplatz bei Bergen in der Südheide entstand, entsprach zwar nicht gerade der „Heideromantik“, hatte für das lange Zeit nicht mehr öffentlich zugängliche Gebiet aber letztlich sogar Vorteile: Dort bewahrte und entwickelte sich ein einzigartiger Naturraum, der nach der Rückgabe durch die Briten 1994 an den Verein Naturschutzpark mit Hilfe des Bundes weiter renaturiert wurde.

Überraschende Zahlen
Das gleichnamige Naturschutzgebiet mit seinen 23.440 Hektar ist das Kerngebiet des Naturparks Lüneburger Heide. Und doch besteht es nur aus 13 % Heide – und über 60 % Wälder, außerdem 8,5 % Ackerland, 3 % Grünland und 2 % Moore.

Eigener Dialekt
Die Bewohner in den ländlichen Gebieten der Region Lüneburger Heide nennt man übrigens Heidjer. Und der plattdeutsche Dialekt, den sie sprechen, heißt Heidjerisch. Aber keine Angst, wenn Sie aus dem Süden Deutschlands oder aus dem Ausland kommen: Sie können sich hier problemlos verständigen. Denn im Gegensatz zu den Schwaben, die von sich sagen, sie könnten alles außer Hochdeutsch: Die Heidjer können auch das.



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